Die Sexualkraft

Der Geist ist bis in die Pubertät in jedem Kind wie gesperrt, von aller Welt abgeschnitten. Deshalb zeigt sich das Kind nur auf seelische und körperliche Weise. Erst beim geschlechtsreif werdenden Kind beginnt sich sein Geist mit Materie, mit der Außenwelt zu verbinden, um darin aktiv wirken zu können. Doch ist der Unterschied zwischen dem immateriellen Geist und der materiellen Welt so groß, dass diese Verbindung nach dem Gesetz der Gleichart unmöglich ist. Trotzdem muss es passieren. Auf der Erde ist die feinste Kraft vorhanden, die zugleich die höchste Kraft in der Stofflichkeit darstellt - die Grundkraft. Infolge ihrer feinen Beschaffenheit ist sie mit dem Geist fast gleichartig. Die verstärkte Ausstrahlung der Geschlechtsorgane während der Pubertät bildet den Weg, auf dem diese Kraft durch die Seele bis zum Geist kommt und sich mit ihm für das ganze Leben vereinigt. Da dieser Zugangsweg durch die Ausstrahlung der Geschlechtsorgane führt, nennt man sie die Sexualkraft.

Sie kommt als Sehnsucht nach Liebe, Schönheit, Reinheit und Ideale zum Ausdruck. Zugleich erwacht im jungen Menschen ein bisher gedämpftes Gesetz - die Sehnsucht nach der geistigen Erkenntnis, weil der Geist aktiv wirken und sich entwickeln will. Dieses Gesetz verbindet ihn mit der Ewigkeit. Es hilft ihm, seinen Ursprung in Alltagssorgen nicht zu vergessen und das Ziel, für das er auf die Erde gekommen ist, nicht außer Acht lassen. Nach dem Gesetz der Gleichart kann sich der Geist nur durch geistige Kenntnisse ausbilden und sich entwickeln.

Damit der junge Mensch seine Idealen verwirklichen kann, hilft ihm dabei die Verbindung der Sexualkraft mit Materie, d.h. mit der Realität. Der natürliche Ablauf des Verbindungsvorgangs der Grundkraft mit dem Geist zeigt sich bei den Jugendlichen meistens auf solche Weise, dass sie das Positive und Negative ihrer Umwelt erkennen, dass sie versuchen, es, und im besten Fall auch sich selbst, zu ändern und zu vervollkommnen. Gleichzeitig beginnt der junge Mensch nach dem Gesetz der Ergänzung sein Gegenteil - seinen Partner zu finden. Wenn die seelischen und geistigen Kräfte zuerst aufkeimen und erst dann eine liebevolle sexuelle Vereinigung eintritt, kann dieses reine Entbrennen einen großen Teil des negativen Karmas solches Paares “verbrennen” und Bedigungen für ein harmonisches Zusammenleben und eine positive Geistesentwicklung schaffen.

Geschlechtsverkehr und Zeugung stellen nur ein zweitrangiges Ziel der Verwendung von Sexualkraft dar, die von Pubertät an ständig auch ohne diese Funktion wirkt. Daher verschwindet die Sexualkraft, d.h. die Verbindung des Geistes und der Grundkraft, mit dem Erlöschen des Geschlechtstriebes nicht.

Die gegenwärtige Moral, leider, lenkt den natürlichen Ablauf der Sexualkraft in eine falsche Richtung, besonders bei jungen und unerfahrenen Menschen. Dadurch wurde die Bedeutung von Sexualtrieb und die Bedürfnis nach seiner häufigen Befriedigung, auch ohne seelische Liebe, künstlich überschätzt. So verliert man die wahre Bedeutung von Sexualkraft, die dadurch mit tierischen Triebe gleichgesetzt wurde. Durch häufigen Geschlechtsverkehr, Partnerabwechslung und Selbstbefriedigung ist der junge Mensch aufs tote Gleis der Entwicklung geraten. Die Sexualkraft, die er körperlich, seelisch und geistig veredeln sollte, hat er in eine gefährliche negative Kraft umgewandelt, die ihn anstatt Unterstützung an der Entwicklung hindert.

Dadurch, dass sich der Mensch an physische, materielle Genüsse angebunden hat, hat er sich von der Hilfe und den Anregungen der höheren Wesenhaften abgesondert, die sich mit ihm nach dem Gesetz der Gleichart unter solchen Bedigungen nicht mehr verbinden können. Dieses Absondern von den geistigen Höhen hat nicht nur moralischen und geistigen, sondern auch kulturellen, wirtschaflichen und gesellschaftlichen Verfall zur Folge.

Durch übermässig gesteigerte Süchte verbindet sich der Mensch nach dem Gesetz der Gleichart mit niedrigeren Geistern, die auf den sich schon zersetzenden Planeten unter der Erdenebene leben. So verbindet sich der Mensch anstatt der höheren mit den niedrigeren Geistern. Wenn es nur dies der Fall wäre! Gleichzeitig werden die dunklen Geister aufwärts angezogen. Ohne diese künstlich gebaute Brücke könnten sie nach dem Gesetz der Schwere und der Gleichart auf die Erde nie geraten. Wenn sie auch nicht alle inkarnieren, doch bleiben sie in der Astralwelt, wo sie auf die menschliche Psyche einwirken, den Menschen Gedanken an wiederholte Orgien und Selbstbefriedigung einbilden, weil sie durch solche Gefühle ernährt werden. Dies gilt auch für andere negative Neigungen wie Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsumieren usw. Die Opfern denken, es sei ihre eigene Sehnsucht, wenn sie den Befriedigungsbedarf empfinden. Anstatt von vollkommenen Wesen verbindet sich der Mensch mit den dunklen Geistern, die weit schlechter als er selbst sind.

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